Fallen
Ich falle.
Ich falle immer tiefer. Es wird immer dunkler. Mein Herz schlägt langsam. Ich wusste es würde Zeit loszulassen. Ich wusste es.
Nein, ich wusste es nicht. Mein Spiegelbild im Wasser wusste es.
Jenes auf dem kristallklaren Wasser, welches kurz davor zu Eis zu werden. Ich erinnere mich aber nicht mehr daran. Ich erinnere mich an gar Nichts.
Doch. Eine lange Fahrt, ich blicke aus dem Fenster. Die Welt zittert, alle Umrisse beginnen zu beben. Mir wird .. ich falle fast.. ein Mädchen versucht mit mir zu sprechen, doch ich sehe nur in Zeitlupe wie ihre Lippen sich bewegen. Sie nimmt meinen Arm. Verzweiflung in ihren Augen, getragen durch mein Abbild. Zeitlupe, ja. Sie steht fast still, die Zeit.
Ich torkle zum Ausgang der Fahrt. Schief .. verschwommen, sehe ich einen Mann. Er spricht. Sein Gesicht vom Monolog verzerrt, dröhnt die Musik welche nunmehr nicht mehr leise, von meinen Kopfhörern in mein Inneres. Seltsame Geräusche. Angenehm beruhigend, aber mich von der Außenwelt abschottend, im Pakt mit der Trägheit meiner Sicht und dem wankenden Gleichgewichtssinn.
Ich bin am Ausgang der Fahrt. Die Tür geöffnet, blendendes Licht.. kühle Luft, Freiheit. Ich trete heraus.. Schwärze. Ich falle.
Der ewige freie Fall in die Finsternis mit ungewissem Ende, bei dem das Schicksal nicht richten wird, weil der Richtende selbst das Schicksal wird.
Ich glaubte es nie gewusst zu haben.