Der dunkle Traum
Ich spüre, wie das betäubende Gefühl durch meinen Körper fließt. Dimensionen lösen sich auf und fallen scheppernd zusammen. Zeit gibt es nicht mehr. Die Vergangenheit bricht weg sobald sie zu existieren versucht und die Zukunft ist die zweite Realität, die nur in unseren Köpfen entsteht. Ich sehe sie, die zerstörte Weltstadt, überschattet von schwarzen Wolken und Donner, gefangen zwischen Sturm und Regen.
Sie stellt unser Idealbild von Lebensraum ohne das Kostüm unserer Vorstellung dar. Die Wolkenkratzer verstehen sich nur noch als dünne Trümmerhaufen die in den Himmel ragen. Immer wieder brechen riesige Platten ab und fallen runter, auf die Straßen, die unverändert aussehen. Sie sind in Regen getränkt, es gibt die eine oder andere Laterne die noch leuchtet. Und es scheint, da hinten, ganz weit in der Ferne, stünden einige Hochhäuser die beleuchtet sind.
Der hinabfallende Regen fühlt sich warm an.
Ich habe hier bisher niemanden getroffen, seitdem ich aufgewacht bin. Ein dumpfes Beben schwingt aus allem.
Es liegt in den Ohren. Man muss nichtmal genau hinhören, es ist ganz unweigerlich da. An manchen Wänden
und alten Werbesäulen hängen noch Plakate, aber sie sind alle leer. Dieser Ort scheint langsam vom Chaos
seiner selbst zerlegt zu werden.
Ich fühle mich müde. Was auch immer es ist, es hat mich. Zugegeben, ist dieses Phänomen der Zerstörung
auf eine ganz besondere Art faszinierend. Ich werde einfach hier bleiben und dabei zusehen,
während ich die Lichter am anderen Ende im Blick behalte.