Dienstag, 21. Juni 2011

Assassin's Moon

Assassin's Moon

12. November 2056, Tokyo. In den letzten Jahren hat die
Kriminalität immer mehr an Präsenz in der Öffentlichkeit
gewonnen. Eine Gruppe aus sechs Profikillern hat
sich zusammengefunden um gegen das organisierte
Verbrechen anzukämpfen. Sie haben Weltweit sehr viel Einfluss, Kontakte zu einigen Untergrund-Organisationen die das gleiche Ziel verfolgen und sehr viele erfolgreiche Operationen in den vergangenen fünf Jahren hinter sich. Es gelang ihnen, die kriminellen Organisationen stark zu dezimieren.
Doch nun gerät die Situation außer Kontrolle. Souk,
welcher großer Politiker und gleichzeitig Gangsterboss der Organisation "Kehl" ist, plant den japanischen Premierminister zum Rücktritt seines Amtes zu zwingen um an den Posten zu gelangen.
Dadurch würde ihm das letzte Hinderniss genommen,
um Japan endlich vollkommen in seiner Hand zu haben.
Die sechsköpfige Gruppe "Assassins Moon" hat sich
zusammengefunden, um ein Attentat auf Souk zu planen
und die bevorstehende Katastrophe zu verhindern.

Es war Nacht, und begann zu schneien...


Ryuk, Mina und Khas, drei der Mitglieder von Assassin's Moon, befanden sich hoch oben in einem Hotelzimmer, um den bevorstehenden Tag nocheinmal abzusprechen. Das Zimmer war sehr groß und gab einen wundervollen Ausblick auf die Skyline von Tokyo. Es bestand aus dem Schlafzimmer in dem vier Betten und ein Fernsehr stehen, und einem luxuriösen Badezimmer, welches wie neu gebaut funkelte. Die Außenseite der Zimmers bestand beinahe vollkommen aus Glas, was den Panoramaeffekt der Aussicht umsomehr verstärkte. Die Helligkeit der mitten im Raum platzierten Stehlampe lies sich per Schalter regulieren. Diesen Umstand nutzte Ryuk ohne zu zögern um das Licht zu dämpfen, und so eine gemütliche Atmosphäre zu erschaffen.

Ryuk saß auf dem Bett vor dem Fenster. Sein braunes, schulterlanges Haar hatte er im hinteren Bereich hochgesteckt, während der Rest glatt nach unten fiel. Mina saß auf einem Stuhl und schaute abwechselnd zwischen den beiden Jungs hin und her.
"Wo bleiben die anderen Drei nur? Sie sind schon eine halbe Stunde zu spät. Ich hoffe ihnen ist nichts passiert", sagte Mina nervös.
"Entspann dich Mina, die werden bestimmt jeden Augenblick auftauchen", erwiderte Ryuk beruhigend während er die Stadt musterte. Er blickte durch die riesengroßen Scheiben hinab.
Vor ihm bot sich ein wunderschöner Anblick. Er war so vertieft in den Ausblick, dass er die Geräusche vom Fernseher mit dem sich Moga offensichtlich recht gespannt einen Film ansah,
nur noch leise im Hintergrund wahrnahm.


Die Stadt leuchtete in allen Regenbogenfarben, welche sich im Schnee wiederspiegelten.
Man konnte Menschen beobachten die auf den Straßen entlangliefen und der Verkehr war selbst in der Nacht noch sehr belebt. Durch den bewölkten Himmel schimmerte die Form des Mondes.


Plötzlich klopfte es an der Tür.
"Ich gehe schon", antwortete Ryuk auf die fragenden Blicke der anderen beiden und verschwand im Flur.
Mina warf einen Blick auf den Fernseher.

"Was guckst du da eigentlich?", fragte Mina gebannt. "Einen Film", erwiderte Moga trocken. "Oh, tatsächlich? Präziser hättest du meine Frage garnicht beantworten können", konterte
Mina halb genervt, halb amüsiert.

Moga entschuldigte sich mit der Begründung dass er aufgrund der Uhrzeit schon recht müde war, als Ryuk mit Khas den Raum betrat.

"Nun", begann Ryuk, "Sune und Otha werden heute nicht dabei sein.
Sie wurden auf dem Weg verfolgt. Von wem wissen wir nicht, aber sie wollten verhindern dass die Verfolger unseren Standort ausfindig machen."

Großes Schweigen breitete sich zwischen den Mitgliedern aus.
Khas zündete sich eine Zigarette an und sagte:
"Macht euch da mal keine Sorgen. Wir sind nicht umsonst Profis. Die beiden werden die Verfolger aus dem Weg räumen
und anschließend zu uns stoßen, lasst uns lieber die Details für Morgen durchgehen."

Ryuk nickte und begann mit der Planung: "Souk wird morgen um Punkt 10.30 Uhr seine Rede halten. Es wird nicht einfach sein ihn aus dem Verkehr zu ziehen, aber es ist gleichzeitig auch eine gute Möglichkeit, da er sicher eher mit einem Anschlag auf sich in der Untergrundbewegung rechnet, als inmitten der Öffentlichkeit vor tausenden von Zeugen. Der Überraschungseffekt wird unser Vorteil sein. Ich werde mich mit einem Scharfschützengewehr auf dem Dach von dem Nachrichtengebäude positionieren. Du, Mina, und Khas,
ihr werdet die Sprengladung für das Ablenkungsmanöver in dem verlassenen Gebäude direkt neben dem Platz der Rede anbringen
und es auf mein Zeichen detonieren lassen. Die Kugel die Souk töten wird feuer ich ab wenn alle von der Explosion abgelenkt sind.
Sune und Otha die ja grade leider nicht dabei sind, werden mit einem Fluchtwagen vor dem Nachrichtengebäude warten. Wie ihr bereits wisst lässt Souk aus Sicherheitsgründen die gesamte Umgebung mit Wachposten besetzen. Sune und Otha haben es geschafft sich als Wachen einzuschleusen und Otha hat die Leitung für den Westsektor bekommen."

"Das bedeutet ja..", wollte Moga anfangen als Ryuk ihn zustimmend unterbrach: "Genau, Otha kann das gesamte Sicherheitspersonal
um das Nachrichtengebäude welches sich ja im Westen befindet, befehligen. Er wird dafür sorgen dass sie sich zum Zeitpunkt der Explosion so schnell wie möglich zum Ort der Detonation begeben. Dadurch haben wir ein Zeitfenster von etwa maximal fünf Minuten, bis es um das Nachrichtengebäude herum nur so von Sicherheitspersonal und Polizei wimmelt. Sie werden nicht lange brauchen um zu verstehen dass die Explosion nur ein Ablenkungsmanöver war."

Ryuk sah fest entschlossen in die Runde. Ein grinsen zeichnete sich auf seinen Mundwinkeln ab.

Moga meldete sich zu Wort: "Ich denke das reicht an Details. Wir wollen es nicht übertreiben, außerdem war es ja nur eine Generalbesprechung.
Jeder kennt ja seine Aufgabe und seinen Posten. Hoffen wir das alles glatt läuft!"

"Ich schlage vor, Moga und ich gehen kurz nach unten und versuchen Kontakt zu Sune und Otha aufzunehmen.", warf Khas ein,
was Moga mit einem Kopfnicken bejahte. Sie gingen zur Tür.

"Beeilt euch, wir sollten uns so unauffällig wie möglich verhalten", rief Ryuk den beiden noch hinterher als sie das Zimmer
verließen.

Die Tür viel schwer ins Schloss. Mina und Ryuk standen sich direkt vor der Glasscheibe gegenüber und schauten sich
ohne etwas zu sagen in die Augen.

"Bist du aufgeregt.. wegen Morgen.. ?", fragte Mina erwartungsvoll und urplötzlich. "Nein, nicht wirklich. Ich mache mir keine weiten Gedanken um Morgen. Ich lebe immer im hier und jetzt.
Morgen wird so kommen wie es kommen wird, es wird sich durch meine Gedanken nicht verändern. Deshalb nutze ich die Zeit für andere Dinge, als alles übermäßig oft durchzukauen."


Die Wolken hatten sich teilweise vom Himmel zurückgezogen, man konnte einige der Sterne und den
Mond sehen. Die Scheibe war kalt und Ryuk's Atem beschlug einen kreisförmigen Teil vor seinem Gesicht. Es liefen weniger Menschen auf den Straßen und auch der Verkehr hatte inzwischen stark abgenommen. Der Schnee der zuvor gegen die Scheibe prallte war nun nur noch in Form von glasklaren Wasserperlen vorhanden.


Fünfzehn Minuten vergangen, und Moga und Khas waren noch immer nicht zurück. Inzwischen saßen Mina und Ryuk auf dem Bett und schauten gemeinsam raus. Mina war müde und lehnte sich an Ryuks Schulter an.

Mina holte kurz tief Luft und sagte: "Ich will nicht, dass dir Morgen etwas zustößt Ryuk!" Ryuk sah Mina fragend an. "Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber.." Doch bevor Mina aussprechen konnte nahm Ryuk sie in den Arm.
"Das musst du nicht. Der letzte Satz sagt mir alles.. ich bin doch kein Idiot."

Mina wurde warm ums Herz als Ryuk sie umarmte.
Sie wollte grade etwas sagen, als die Tür aufgeschlagen wurde.

"Verdammt..", keuchte Moga der erschöpft und total aufgelöst im Raum stand: "Wir müssen verschwinden, Leute von Kehl sind hier um uns fertig zu machen! Irgendwie haben sie Wind davon bekommen dass wir uns hier aufhalten."

Ryuk fuhr umher. Er zog seine beiden Waffen und entsicherte sie.
"Sind sie unterwegs nach oben? Und wo ist Khas?", fragte Ryuk.

"Ich.. ich weiß es nicht.. Wahrscheinlich.. Khas sprach grade mit Sune am Handy, als wir die Kerle aussteigen sahen.
Es waren mindestens acht, wenn die nicht wegen uns hier sind dann weiß ich auch nicht. Khas sagte ich soll schnell hoch und
euch warnen, ich weiß nicht wo er ist. Aber wir haben jetzt keine Zeit um uns zu unterhalten, das können wir später auch noch,
kommt!"

Die drei verließen das Zimmer und schlichen in schnellem Schritt den Flur entlang. "Wohin?", flüsterte Moga während er sich nervös umsah. Sein Blick viel auf den Fahrstuhl. "Mit dem Fahrstuhl ist es zu unsicher, wir könnten ihnen direkt in die Arme laufen", sagte Ryuk als er sah wohin Moga blickte.

Gegenüber vom Fahrstuhl war das Treppenhaus, welches sowohl nach unten als auch nach oben führte.
"Nehmen wir die Treppen nach unten", schlug Mina vor. Unter nickender Übereinstimmung pirschten sie
zum Treppenhaus vor. Als sie die erste Etage hinter sich gelegt hatten kam ihnen Khas euphorisch entgegen:
"Hoch hoch hoch! Sofort. Sie haben sich aufgeteilt. Einige kommen von unten durch das Treppenhaus, andere durch den Fahrstuhl.
Das ist inzwischen schon ne' kleine Armee geworden."

Die Vier drehten sich ohne zu Zögern um und liefen nach oben. Als sie in der 14. Etage ankamen ging es nicht mehr weiter.
"Wohin nun?", fragte Moga aufgeregt. "Uns bleibt keine andere Wahl als auf das Dach zu flüchten. Dafür müssen wir aber einmal quer
durch diesen Flur, denn die letzte Etage die zum Dach führt befindet sich auf der entgegengesetzen Seite", erwiderte Ryuk und zeigte mit der Hand in Richtung Flur.

"Das bedeutet aber auch dass wir am Fahrstuhl vorbei müssen, womit wir ihnen direkt in die Arme laufen", warf Khas ein.
Ryuk grinste und stellte sich frontal vor den Fahrstuhl: "Dann werden wir den Jungs mal einen heißen Empfang bescheren. Wir haben jetzt sowieso keine andere Wahl mehr, hier wird gleich die Hölle los sein. Dann sollten wir uns zumindest
einen Vorteil verschaffen."

Ryuk stand vor dem Fahrstuhl, den Lauf seiner beiden Waffen auf die Türe gerichtet. Er beobachtete die Fahrstuhlanzeige, die konstant stieg und zeigte in welcher Etage der Fahrstuhl sich grade befand.

"Moga, kümmere du dich um den Treppenhausbereich. Wirf ihnen eine Granate oder irgendetwas explosives entgegen", sagte Ryuk und deutete auf Mogas Rucksack, in dem sich jene Dinge befanden.

Dann gab er den letzten Befehl: "Mina und Khas, ihr beide lauft hoch und haltet nach einem Fluchtweg ausschau. Wir halten hier die Stellung. Ich werde die ganzen verdammten Leute von Kehl auseinander nehmen!" Khas stimmte zu und hielt kurz inne. Dann lief er mit Mina in die entgegengesetzte Richtung.

Ryuks Blick fiel auf die leuchtende rote 14. über dem Fahrstuhl..

Es war eine wundervolle, klare Winternacht. Der Schnee begann wieder zu fallen und es wurde windig.
Es war die letzte Nacht für viele von ihnen.

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